
Stubsnasen Zwerggecko
Stenodactylus sthenodactylus
Verbreitung | Nordafrika (DNZ) |
Kopf-Rumpf Länge | bis ca. 6 cm |
Lebenserwartung | ca. 5 Jahre |
Haltung | Wüstenterrarium |
Einrichtung | Bodengrund Sand-Lehm Gemisch, UV, Wärmelampe, Korkäste, Wurzeln |
Ernährung | Insekten |
Platzbedarf juvenil: | ca. 30x30x30 cm |
Platzbedarf adult: | ca. 50x30x40 cm |
Temperatur: | 25 - 35 Grad |
Luftfeuchte | 40 - 50 % |
Schutzstatus | Nicht geschützt |
Landesverdordnung | nicht relevant |
Im Nahen Osten und im Norden Afrikas sind diese charmanten Wüstenzwerge zuhause. Ihre Färbung besteht aus Erd- und Steintönen mit einem feinen Fleckenmuster, das ihnen eine perfekte Tarnung verleiht. So können sie nahezu unsichtbar mit ihrer Umgebung verschmelzen – eine sinnvolle Strategie, wenn man so klein ist.
Durch ihre geringe Körpergröße eignen sich diese Geckos hervorragend für kleine Terrarien, weshalb sie häufig im Bereich der Nano‑Terraristik zu finden sind.
Die Tiere sind dämmerungs- und nachtaktiv und werden erst in den Abendstunden richtig lebhaft. Als echte Wüstenbewohner bevorzugen sie ein sehr warmes und trockenes Klima.
Haltung
Für den Stubsnasen‑Zwerggecko ist eine großzügige Grundfläche besonders wichtig, da diese Art überwiegend bodenorientiert lebt – auch wenn man sie gelegentlich beim Klettern beobachten kann. Als praktische Orientierung für die passende Terrariengröße dient die Kopf‑Rumpf‑Länge (KRL) des Tieres. Für noch nicht ausgewachsene Geckos lassen sich die Mindestmaße wie folgt ableiten:
- Grundfläche: vierfache × dreifache Kopf‑Rumpf‑Länge
- Höhe: vierfache Kopf‑Rumpf‑Länge
Berücksichtigen Sie dabei unbedingt, wie schnell Ihr Tier in den kommenden Monaten wachsen wird – manche entwickeln sich rasch, andere deutlich langsamer.
Für adulte Tiere existieren in Deutschland zusätzlich offizielle Empfehlungen verschiedener Fachinstitutionen, die verbindliche Mindestgrößen für Terrarien festlegen.
Terrariengröße
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.
Keine Angabe
Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V.
50 x 30 x 40 cm (für kleine Gruppe)
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
50 x 30 x 40 cm (für kleine Gruppe)
Einrichtung
Die Einrichtung des Terrariums für den Stubsnasen‑Zwerggecko sollte eine trockene, wüstenähnliche Landschaft widerspiegeln. Materialien wie Sand, Steine, Geröll und etwas totholzartige Dekoration schaffen nicht nur ein authentisches Erscheinungsbild, sondern erweitern auch den nutzbaren Lebensraum der Tiere. Kleine Höhlen können angeboten werden, doch diese winzigen Geckos finden ohnehin in nahezu jeder Spalte oder Ritze geeignete Verstecke.
Als Bodengrund eignen sich Terrariensand sowie mineralische Substrate wie Hobby Terrano Kalzium. Zusätzlich gibt es Grabesand und formstabile Höhlensubstrate, die es den Tieren ermöglichen, eigene Gänge und kleine Höhlen anzulegen – ein Angebot, das sie sehr gern annehmen.
Einige Kunstpflanzen mit Wüsten- oder Steppencharakter bringen Struktur und wirken hygienisch und pflegeleicht.
Eine „Wetbox“, gefüllt mit feuchtem Moos, dient den Zwerggeckos als beliebter Rückzugsort vor der Häutung – eine Art kleine „Dampfsauna“.
Getrunken wird aus einer sehr flachen Wasserschale, die gut erreichbar sein sollte.
Für ein gesundes Umfeld müssen Kot und Futterreste täglich entfernt werden.
Klima und UV
Der Stubsnasen‑Zwerggecko stammt aus den trockenen Regionen Nordafrikas. Obwohl er überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv ist, zeigt er sich gelegentlich beim Sonnenbaden – ein gut platzierter UV‑Spot wird dann gern genutzt.
Da Reptilien wechselwarm sind, müssen im Terrarium die natürlichen Umweltbedingungen möglichst genau nachgebildet werden. Dazu gehören Temperatur und Luftfeuchtigkeit, die durch geeignete Heiz- und Lichtquellen sowie regelmäßiges Sprühen oder Vernebeln erzeugt werden. Ein Thermo‑/Hygrometer ermöglicht die zuverlässige Kontrolle dieser Werte.
Für eine gesunde Entwicklung ist eine ausreichende UV‑B‑Versorgung unverzichtbar. Nur so kann der Körper Vitamin D3 bilden, das sowohl für das Wachstum der Jungtiere als auch für die Vitalität erwachsener Tiere entscheidend ist. Bewährt hat sich hier die JBL L‑U‑W Light, erhältlich in verschiedenen Wattstärken und in der Variante „Desert“. Sie liefert Licht, Wärme sowie UVA- und UVB‑Strahlung in einem System.
Ein besonders stabiles und gut steuerbares Terrarienklima erreichen Sie, wenn unter einem Teil des Bodens eine Heizmatte installiert wird. Sie sorgt für eine angenehme Grundwärme von unten, ähnlich wie in der natürlichen Umgebung. In Kombination mit einem Thermostat arbeitet die Matte automatisch und hält das Klima konstant. Gleichzeitig reduziert dieses System den Energieverbrauch, da Spotlampen mit geringerer Leistung ausreichen und das Terrarium insgesamt effizienter betrieben werden kann.
Für eine harmonische, wohnraumfreundliche Optik empfiehlt sich zusätzlich eine LED‑Leiste über die gesamte Terrarienbreite, die für eine gleichmäßige Ausleuchtung sorgt.
Alle Licht‑ und Wärmequellen sollten über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden – idealerweise mit einem Tagesrhythmus von 14 Stunden Licht und 10 Stunden Dunkelheit.
Geckoworld Empfehlung
Wird ein größeres Terrarium gewählt, sollte auch die Beleuchtung entsprechend mitwachsen. In der Praxis bedeutet das meist leistungsstärkere Wärme‑ und UV‑Lampen sowie eine Tageslichtröhre, deren Länge auf das neue Terrarienmaß abgestimmt ist.
Ernährung
Stubsnasen‑Zwerggeckos gehören zu den pflegeleichten Insektenfressern. Etwas Aufmerksamkeit erfordert lediglich die richtige Größe der Beutetiere: Grillen, Heimchen oder kleine Heuschrecken dürfen nicht zu groß sein und werden vor dem Verfüttern grundsätzlich mit einem Vitamin‑ und Mineralstoffpräparat bestäubt. Diese Ergänzung ist entscheidend, um Mangelerscheinungen zu verhindern – besonders bei Jungtieren und trächtigen Weibchen, die einen erhöhten Bedarf haben.
Achten Sie darauf, die Menge der Futterinsekten so zu wählen, dass alles sofort gefressen wird. Bleiben Tiere im Terrarium zurück, verlieren sie schnell die aufgestäubten Nährstoffe, verstecken sich und führen trotz scheinbar ausreichendem Angebot zu Unterversorgung.
Sozialverhalten und Fortpflanzung
Stubsnasen‑Zwerggeckos sind ausgesprochen soziale Miniaturreptilien. Sie lassen sich ohne Weiteres allein, als Paar oder in kleinen Gruppen halten. Für die Eiablage nutzen die Weibchen besonders gern die bereits erwähnte Wetbox, die mit leicht feuchtem Moos oder Erde ausgestattet ist.
Die winzigen Eier, kaum größer als ein Tic Tac, verdeutlichen die filigrane Natur dieser Art. Gleichzeitig zeigt die große Spanne der Inkubationsdauer von 42 bis 80 Tagen bei Temperaturen zwischen 26 °C und 30 °C, wie anpassungsfähig und robust diese Zwerggeckos tatsächlich sind.
Sonstiges
Wie bei vielen Geckoarten gehört auch beim Stubsnasen‑Zwerggecko das Auffressen der eigenen abgestreiften Haut zum natürlichen Verhalten. Diese Strategie ist eine clevere Anpassung an nährstoffarme Lebensräume, da so wertvolle Ressourcen vollständig wiederverwertet werden.
Für die Beobachtung in den Abendstunden eignet sich eine Mondlichtlampe, die ein sanftes, schwaches Licht erzeugt. Damit können Sie Ihre Terrarienbewohner in der Dämmerung beobachten, ohne ihren natürlichen Rhythmus zu stören.