
Schwarzstreifen Taggecko
Phelsuma nigristriata
Verbreitung | Madagaskar (DNZ) |
Kopf-Rumpf Länge | bis ca. 4,5 cm |
Lebenserwartung | ca. 7 Jahre |
Haltung | Waldterrarium |
Einrichtung | Bodengrund Terra Bark, Korkäste, Kunstpflanzen, Napf für Fruchtpaste, UV |
Ernährung | Insekten |
Platzbedarf juvenil: | ca. 50x30x40 cm |
Platzbedarf adult: | ca. 60x40x80 cm |
Temperatur: | 25 - 35 Grad |
Luftfeuchte | 65 - 75 % |
Schutzstatus | WA II MELDEPFLICHT |
Landesverdordnung | nicht relevant |
Zu den kleineren Vertretern ihrer Gattung zählt der Schwarzstreifen‑Taggecko, denn seine Kopf‑Rumpf‑Länge beträgt lediglich rund 4,5 cm. Charakteristisch sind die schwarzen Seitenstreifen, die die sattgrüne Rückenfärbung mit roten Punkten deutlich von der hellen Bauchseite abgrenzen.
In der Natur kommt diese Art ausschließlich auf der Komoreninsel Mayotte vor. Dort lebt sie bevorzugt am feuchten Waldrand, wo sie sich gern auf Bambus, Agaven und anderen glatten Pflanzenstrukturen aufhält.
Besonders auffällig sind die großen, glänzenden Augen, die ohne Augenlider auskommen. Sie verleihen dem Gecko seinen typischen „Knopfaugen‑Ausdruck“. Da er nicht blinzeln kann, reinigt er seine Augen regelmäßig mit der Zunge – fast wie das Abwischen einer Brille, nur eben ohne Hände.
Bei artgerechter Haltung sind Taggeckos äußerst dankbare und faszinierende Pfleglinge, die ihren Haltern viel Freude bereiten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ihre spezifischen Bedürfnisse berücksichtigt werden.
Im Folgenden möchten wir Ihnen einige grundlegende Besonderheiten der Taggeckos vorstellen, die für eine erfolgreiche und verantwortungsvolle Terrarienhaltung wichtig sind. Dabei steht das Wohl der Tiere stets im Mittelpunkt.
Haltung
Für Schwarzstreifen‑Taggeckos ist ein hoch gebautes Terrarium besonders wichtig, da diese Art ausgeprägt baumbewohnend lebt. Als Orientierung für die passende Terrariengröße dient die Kopf‑Rumpf‑Länge (KRL) des jeweiligen Tieres. Für noch nicht ausgewachsene Geckos lassen sich die Mindestmaße wie folgt ableiten:
- Grundfläche: vierfache × dreifache Kopf‑Rumpf‑Länge
- Höhe: vierfache Kopf‑Rumpf‑Länge
Berücksichtigen Sie dabei unbedingt, wie schnell sich Ihr Tier in den kommenden Monaten entwickeln wird – manche wachsen rasch, andere deutlich langsamer.
Für adulte Tiere existieren in Deutschland zusätzlich offizielle Empfehlungen verschiedener Fachinstitutionen, die verbindliche Mindestgrößen für Terrarien festlegen.
Terrariengröße
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.
Keine Angabe
Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V.
60 x 40 x 80 cm (für 1-2 Tiere)
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
60 x 40 x 80 cm (für 1-2 Tiere)
Einrichtung
Schwarzstreifen‑Taggeckos sind ausgesprochene Kletterkünstler und halten sich fast ausschließlich in höheren Bereichen des Terrariums auf. Eine abwechslungsreiche Struktur aus Korkästen, Korkröhren und Bambusstücken bietet ihnen ideale Bewegungsflächen und wirkt zugleich sehr dekorativ.
Auch der Sonnenplatz unter dem UV‑Spot sollte über einen entsprechend platzierten Ast oder eine Wurzel erreichbar sein. Achten Sie darauf, diesen so zu positionieren, dass an dieser Stelle die optimale Temperatur entsteht. Zusätzlich werden senkrechte Kletterelemente gern genutzt und erweitern den Lebensraum sinnvoll.
Eine üppige Bepflanzung trägt zum Wohlbefinden der Tiere bei. Besonders Kunstpflanzen haben sich bewährt, da sie hygienisch sind und sich leicht reinigen lassen.
Als Bodengrund eignen sich Rindeneinstreu („Bark“) sowie Terrarienerde. Einige Moospolster setzen nicht nur optische Akzente, sondern helfen auch, die Luftfeuchtigkeit zu stabilisieren.
Für ein gesundes Umfeld sollten Kot und Futterreste täglich entfernt werden.
Klima und UV
Schwarzstreifen‑Taggeckos stammen aus tropischen Lebensräumen, in denen Wärme, Feuchtigkeit und intensives Licht den Alltag bestimmen. Diese Bedingungen müssen Sie im Terrarium möglichst realistisch nachbilden. Entscheidend sind dabei stabile Temperaturen, eine ausreichende Luftfeuchtigkeit sowie eine regelmäßige Befeuchtung durch Sprühen oder eine Beregnungsanlage. Ein Thermo‑/Hygrometer hilft Ihnen, alle Werte zuverlässig im Blick zu behalten.
Da Taggeckos über eine außergewöhnlich gute Sehschärfe verfügen und Farben sogar im UV‑Spektrum wahrnehmen, sind sie auf eine sehr gute Beleuchtung angewiesen. Eine helle, gleichmäßige Ausleuchtung des Terrariums ist daher unverzichtbar. Zusätzlich benötigen die Tiere einen Sonnenplatz, der durch eine Spotlampe erzeugt wird. Diese sollte Licht, Wärme und UV‑Strahlung liefern – und zwar in einer Qualität, die dem natürlichen Sonnenlicht möglichst nahekommt. Nur hochwertiges UV‑B‑Licht ermöglicht die Bildung von Vitamin D3, das für das Wachstum der Jungtiere und die Vitalität erwachsener Tiere entscheidend ist.
Wir empfehlen Ihnen die JBL L‑U‑W Light, erhältlich in verschiedenen Wattstärken sowie in den Varianten „Desert“ und „Jungle“. Diese Beleuchtung vereint Wärme, Licht, UVA und UVB in einem System.
Ein besonders stabiles und gut steuerbares Terrarienklima erreichen Sie, wenn Sie unter einem Teil des Bodens eine Heizmatte installieren. Auch wenn Taggeckos den Boden nicht aktiv zur Wärmeregulierung nutzen, sorgt die Matte für eine angenehme Grundtemperatur von unten – besonders wichtig in hohen Terrarien, die sich wie ein Schornstein verhalten und in der unteren Hälfte oft zu kühl werden. Mit einem Thermostat gekoppelt, schaltet sich die Heizmatte nur bei Bedarf zu und hält das Klima konstant. Gleichzeitig sparen Sie Energie, da Spotlampen mit geringerer Wattzahl ausreichen und das gesamte Terrarium effizienter betrieben werden kann.
Für eine harmonische und wohnraumfreundliche Ausleuchtung empfiehlt sich eine LED‑Leiste über die gesamte Terrarienbreite.
Alle Licht- und Wärmequellen sollten über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden – idealerweise mit einem Tagesrhythmus von 14 Stunden Licht und 10 Stunden Dunkelheit.
Geckoworld Empfehlung
Wenn Sie sich für ein größeres Terrarium entscheiden, sollten Sie die Beleuchtung entsprechend anpassen. In der Regel sind dann stärkere Wärme- und UV‑Leuchtmittel erforderlich, und auch die Tageslichtlampe muss in ihrer Länge auf das neue Terrarienmaß abgestimmt werden.
Ernährung
In der Ernährung zeigen Schwarzstreifen‑Taggeckos ein aktives und präzises Jagdverhalten. Sie gehen flink auf bewegliche Beute wie Grillen, Heimchen oder kleine Heuschrecken. Damit die Tiere optimal versorgt sind, sollten Sie jedes Futterinsekt mit einer Vitamin‑ und Mineralstoffmischung bestäuben. Nur so lassen sich Mangelerscheinungen verhindern, die besonders bei Jungtieren und trächtigen Weibchen schnell zu schweren Erkrankungen führen können.
Achten Sie darauf, dass die Größe der Futtertiere zum Gecko passt. Bieten Sie außerdem nur so viele Insekten an, wie sofort gefressen werden. Bleiben Futtertiere im Terrarium zurück, verlieren sie die aufgestäubten Nährstoffe, verstecken sich und führen trotz Futterangebot zu Unterversorgung.
Zusätzlich nehmen Taggeckos in der Natur gern überreife Früchte und Nektar auf. Eine praktische Ergänzung bietet „ExoTerra Day Gecko Food“, ein fertiger Frucht‑ und Nektarbrei in kleinen Cups. Diese sollten Sie nicht am Boden, sondern in erhöhter Position in sogenannten Cup Holdern anbieten – ganz so, wie es dem natürlichen Fressverhalten der Tiere entspricht.
Sozialverhalten und Fortpflanzung
Schwarzstreifen‑Taggeckos lassen sich flexibel halten: Sie können einzeln, als Paar oder in einer Gruppe mit einem Männchen und mehreren Weibchen gepflegt werden. Mehrere Männchen zusammen sind jedoch grundsätzlich nicht kompatibel, da sie stark territorial reagieren.
Die Weibchen der Gattung Phelsuma legen etwa alle 28 Tage ein bis zwei Eier und können dies bis zu fünfmal pro Jahr tun. Bei einigen Arten werden die Eier direkt an den Untergrund geklebt. Diese „Eikleber“ härten ihre Eier rasch an der Luft aus und befestigen häufig zwei Eier miteinander, bevorzugt in kleinen Hohlräumen wie Bambus- oder Korkröhren.
Der Schwarzstreifen‑Taggecko gehört nicht zu den Eiklebern. Er produziert bis zu sieben Doppelgelege pro Jahr und nutzt dafür gern Blattachseln, Bambusröhren oder ähnliche geschützte Strukturen.
Werden die Eier bei 27–29 °C inkubiert, schlüpfen die Jungtiere nach 38–52 Tagen. Die frisch geschlüpften Geckos erreichen eine Größe von etwa 37 mm und tragen zunächst noch keine rote Rückenzeichnung, die sich erst im Laufe der Entwicklung ausbildet.
Sonstiges
Taggeckos verfügen über eine beeindruckende Klettertechnik, die ihnen erlaubt, selbst auf völlig glatten Oberflächen sicher Halt zu finden. Dank der hoch spezialisierten Haftlamellen an ihren Zehen, die aus Milliarden mikroskopisch kleiner Härchen bestehen, nutzen sie Adhäsionskräfte wie die Van‑der‑Waals‑ und elektrostatischen Kräfte. Dadurch können sie sogar kopfüber an Glasflächen entlanglaufen – eine Fähigkeit, die fast an Superhelden erinnert.
Am Hinterkopf besitzen die Tiere kleine Kalkdepots, die den Weibchen als wichtige Kalziumreserve für die Eibildung dienen.
Zur Verteidigung setzen Taggeckos in der Natur auf zwei bemerkenswerte Strategien: Sie können ihren Schwanz abwerfen und im Ernstfall sogar eine Schreckhäutung auslösen. Wird ein Tier am Körper gepackt, löst sich die Haut an dieser Stelle und der Gecko entkommt. Sowohl Schwanz als auch Haut regenerieren sich anschließend wieder.
Produkte
Terrarium + Ausstattung
Terrarium (der Tiergröße angepasst)
Exoterra Compact Top
Exoterra UVB 200
JBL LUW Jungle
Universal Vorschaltgerät
Lucky Reptile Lampenschirm
Exoterra Light Bracket Holder
JBL Terra Basis & JBL Terra Bark 10-20 mm
Wassernapf
Hygrometer & Thermoter
Sprühflasche
Hobby Bambus
Ernährung
Nekton Rep
Nekton MSA
Futtertiere: Grillen, Heimchen, Heuschrecken
Optional
Zeitschaltuhr
Pinzette
Tronchos (Korkäste)
Kunstpflanzen
Exoterra Day Gecko Food
Exoterra Cup Holder
Bilder des Schwarzstreifen Taggeckos

Jungtiere eines
Madagaskar Taggeckos