
Schwarze Wegameise
Lasius niger
Verbreitung | Europa (DNZ) |
Kopf-Rumpf Länge | bis ca. 8 mm |
Lebenserwartung | Königin bis 28 Jahre |
Pogona vitticepsHaltung | Ameisen Terrarium |
Einrichtung | Bodengrund Terra Basis |
Ernährung | Obst, Gemüse, Nudeln |
Platzbedarf juvenil: | ab 30x30x40 cm |
Platzbedarf adult: | ab 30x30x40 cm |
Temperatur: | 24 - 27 Grad |
Luftfeuchte: | 60 - 70 % |
Schutzstatus: | nicht geschützt |
Landesverordnung | nicht relevant |
Die Schwarze Wegameise, auch Mattschwarze Wegameise, Schwarze Gartenameise oder Schwarzgraue Wegameise genannt, gehört in der Unterfamilie der Schuppenameisen zur Gattung der Wegameisen.
Merkmale
Arbeiterinnen erreichen eine Länge von etwa 3 bis 5 Millimetern. Ihre Färbung reicht von dunkelbraun bis schwarz, und der Körper ist dicht mit silbrig wirkenden Haaren bedeckt, zwischen denen einige längere Haare hervorstehen. Diese längere Behaarung fehlt der sehr ähnlichen Fremden Wegameise (Lasius alienus), was ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal darstellt.
Die Geschlechtstiere schwärmen in der Zeit von Juni bis September. Königinnen werden 8 bis 9 Millimeter lang, während die Männchen eine Größe von 3,5 bis 4,5 Millimetern erreichen. Die Schwarze Wegameise zeigt Aktivität hauptsächlich zwischen März und Oktober.
Lebensraum & Lebensweise
Ihr Verbreitungsgebiet umfasst große Teile Europas, Asiens, Afrikas und Nordamerikas. In Mitteleuropa zählt sie zu den am häufigsten vorkommenden Ameisenarten. Bevorzugt besiedelt sie mäßig feuchte Lebensräume und ist sowohl an Waldrändern als auch in offenen Landschaften anzutreffen.
Dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit findet man sie ebenso in Gärten und städtischen Bereichen. Dort nutzt sie Verstecke unter Steinen, in Baumrinde, im Rasen oder in Mauerspalten – und dringt gelegentlich sogar in Gebäude ein.
Klima und UV
Dank ihrer hohen Anpassungsfähigkeit besiedelt die Art nicht nur natürliche Lebensräume, sondern auch Gärten und städtische Bereiche. Dort nutzt sie eine Vielzahl von Verstecken: Unter Steinen, in Ritzen von Baumrinde, zwischen Graswurzeln oder in schmalen Mauerspalten findet sie geeignete Rückzugsorte. In Siedlungsgebieten dringt sie zudem gelegentlich in Häuser ein, wo sie auf der Suche nach Nahrung oder neuen Nistmöglichkeiten unterwegs ist.
Geckoworld Empfehlung
Wählen Sie ein größeres Terrarium, steigt auch der Bedarf an angepasster Beleuchtung. Häufig sind stärkere Wärme- und UV-Lampen notwendig, und die Tageslichtbeleuchtung sollte in ihrer Länge dem größeren Becken entsprechen.
Ernährung
Zur Ernährung gehören sowohl zuckerhaltige als auch eiweißreiche Quellen. Den größten Anteil bildet Honigtau, den die Ameisen von Blattläusen und anderen Pflanzensaftsaugern aufnehmen. Ergänzend benötigen sie proteinhaltige Nahrung, vor allem in Form kleiner Insekten oder anderer tierischer Bestandteile, die sie zur Aufzucht ihrer Brut verwerten.
Sozialverhalten und Fortpflanzung
Schwarze Wegameisen gelten als aphidophil und leben bevorzugt in enger Gemeinschaft mit myrmekophilen Blatt-, Schild- und Wurzelläusen. Diese Beziehung ist eine Form der Trophobiose: Die Ameisen bieten Schutz und erhalten im Gegenzug Nahrung. Sie verteidigen die Läuse vor Fressfeinden, überbauen bodennahe Zweige häufig mit einer schützenden Hülle aus Erde oder Sand und halten sogar Wurzelläuse im eigenen Nest. Um die Wege kurz zu halten, setzen sie Läuse gezielt auf Pflanzen in unmittelbarer Nestnähe. Eine solche Trophobiose kann auch mit der Gallwespe Andricus symbioticus bestehen.
Ihre Nesthügel sind nur wenige Zentimeter hoch und bestehen ausschließlich aus Erde. Häufig werden sie um Pflanzen wie Grashalme herum errichtet, die dem ansonsten wenig stabilen Bau zusätzliche Festigkeit verleihen und als natürliche Stützen dienen.
An warmen Tagen im Hochsommer schwärmen die Geschlechtstiere aus. Die Paarung erfolgt im Flug. Kurz danach sterben die Männchen, während die begattete Jungkönigin ihre Flügel abwirft und ein neues Nest gründet. Dazu zieht sie sich in eine unterirdische Kammer zurück (claustrale Koloniegründung), legt dort die ersten Eier und zieht die initialen Arbeiterinnen groß. Etwa ein Viertel aller Gründungen erfolgt durch mehrere Königinnen gemeinsam (Pleometrose). In der Regel bleibt jedoch nur eine Königin übrig, da die übrigen entweder von Arbeiterinnen oder der dominanten Königin selbst eliminiert werden. Anschließend entwickelt sich die Kolonie monogyn weiter. Während der aktiven Saison kann eine Königin täglich rund 100 Eier produzieren.
Sonstiges
Aus entwicklungsgeschichtlicher Sicht dürfte diese Art seit etwa 50 Millionen Jahren nahezu unverändert bestehen. Im eozänen Baltischen Bernstein zählt Lasius schiefferdeckeri zu den häufigsten Funden; sie tritt dort zu Tausenden auf und ähnelt der heutigen Lasius niger so stark, dass einige Fachautoren beide sogar für identisch halten.
Lasius niger ist in der Ameisenhaltung sehr beliebt, da sie als robust, durchsetzungsfähig und zugleich spannend zu beobachten gilt. Gehalten wird sie üblicherweise in einem Formicarium. Die Temperatur sollte sich an den natürlichen Außenbedingungen orientieren, und während der kalten Jahreszeit benötigt die Art eine Winterruhe, die bei etwa 6 °C bis 8 °C stattfindet