
Jemenchamäleon
Chamaeleo calyptratus
Verbreitung | Jemen, Saudi-Arabien (DNZ) |
Kopf-Rumpf Länge | bis ca. 20 cm |
Lebenserwartung | ca. 7 Jahre |
Pogona vitticepsHaltung | Savannen-, Trockenwaldterrarium |
Einrichtung | Tropftränke, viele Korkäste, Kunstpflanzen, Bodengrund Sand mit Terra Bark gemischt, UV |
Ernährung | Insekten |
Platzbedarf juvenil: | ca. 60x40x50 cm |
Platzbedarf adult: | ca. 120x70x120 cm |
Temperatur: | 25 - 28 Grad lokal bis 35 Grad |
Luftfeuchte: | 60 - 75% |
Schutzstatus: | WA II MELDEPFLICHT |
Landesverordnung | nicht relevant |
Die leuchtenden Farben, die unabhängig voneinander beweglichen Augen und die beeindruckend lange Zunge machen Chamäleons für viele Tierliebhaber faszinierend. Werden Jemenchamäleons artgerecht gehalten und gepflegt, erweisen sie sich als robuste und dankbare Haustiere, die ihren Besitzern viel Freude schenken. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ihre spezifischen Bedürfnisse und Haltungsanforderungen erfüllt werden. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Besonderheiten des Jemenchamäleons, die für eine erfolgreiche Terrarienhaltung entscheidend sind. Das Wohl der Tiere hat dabei stets oberste Priorität.
Haltung
Terrarien für Jemenchamäleons sollten stets ausreichend hoch sein. Für die Bestimmung der passenden Größe hat sich die Kopf‑Rumpf‑Länge (KRL) des jeweiligen Tieres als zuverlässiger Maßstab bewährt. Besonders Jungtiere können in zu großen Terrarien Schwierigkeiten haben, Futter oder Wasser zu finden. Für noch nicht ausgewachsene Tiere gilt daher folgende Berechnung:
- Terrariengrundfläche: vierfache × dreifache Kopf‑Rumpf‑Länge
- Terrarienhöhe: vierfache Kopf‑Rumpf‑Länge
Berücksichtigen Sie dabei unbedingt das zu erwartende Wachstum in den kommenden Monaten – je nachdem, ob es sich um ein schnell oder langsam wachsendes Tier handelt. Für ausgewachsene Tiere existieren in Deutschland verschiedene institutionelle Empfehlungen zur Mindestgröße von Terrarien.
Jemenchamäleons besitzen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. In freier Natur halten sie stets deutlichen Abstand zueinander. Um Stress zu vermeiden, sollte das Terrarium daher so platziert werden, dass kein direkter Sichtkontakt zu einem weiteren Chamäleon besteht.
Terrariengröße
Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.
Keine Angabe
Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V.
120 x 70 x 120 cm
Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
120 x 70 x 120 cm
Einrichtung
Jemenchamäleons sind begeisterte Kletterer und fühlen sich in dicht bepflanzten Terrarien besonders wohl. Sie entspannen sichtbar, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe von Blättern und Zweigen aufhalten können, und präsentieren sich gern vor einer üppigen, grünen Kulisse. Daher sollte das Terrarium reichlich bepflanzt werden.
Auch verschiedene Hölzer eignen sich hervorragend: Sie wirken nicht nur dekorativ, sondern bieten dem Tier wichtige Kletter- und Laufmöglichkeiten – einschließlich des beliebten Sonnenplatzes unter dem UV‑Spot. Platzieren Sie dafür einen stabilen Ast oder eine Wurzel in optimalem Abstand zur Lichtquelle, sodass an dieser Stelle die passende Temperatur entsteht. Ihr Chamäleon wird dort einen Großteil des Tages verbringen.
Als Bodengrund empfiehlt sich Rindeneinstreu („Bark“). Für weibliche Tiere sollte zusätzlich ein Bereich mit einem Erde‑Sand‑Gemisch eingerichtet werden, um eine mögliche Eiablage zu ermöglichen. Kot und Futterreste sind täglich zu entfernen, um Hygiene und Wohlbefinden sicherzustellen.
Wenn du möchtest, passe ich den Stil gern noch stärker an deine Website oder an ein bestimmtes Wording an.
Klima und UV
Chamäleons stammen aus tropischen Lebensräumen. Da Reptilien wechselwarm sind, müssen Temperatur und Luftfeuchtigkeit ihres natürlichen Umfelds im Terrarium möglichst genau nachgebildet werden. Dies gelingt durch geeignete Heiz- und Lichtquellen sowie durch regelmäßiges Vernebeln bzw. Besprühen des Terrariums, idealerweise über eine Beregnungsanlage. Ein Thermo‑/Hygrometer ermöglicht die zuverlässige Kontrolle dieser Werte.
Jemenchamäleons verfügen über eine ausgezeichnete Sehschärfe und sind auf intensive Beleuchtung angewiesen. Eine helle, gleichmäßige Ausleuchtung des Terrariums ist daher unverzichtbar. Zusätzlich benötigen die Tiere einen ausgeprägten Sonnenplatz, der durch eine Spotlampe erzeugt wird. Diese liefert Licht, Wärme und UV‑Strahlung. Hochwertige Produkte sind hier essenziell, da nur sie dem natürlichen Sonnenlicht ausreichend nahekommen. Chamäleons nehmen Farben auch im UV‑Bereich wahr – ohne entsprechendes Licht können sie ihre Umgebung nicht normal sehen. Zudem ist eine optimale UV‑B‑Versorgung notwendig, damit Jungtiere gesund wachsen und adulte Tiere ihre Vitalität und Farbintensität behalten.
Empfehlenswert ist beispielsweise die JBL L‑U‑W Light, erhältlich in verschiedenen Wattstärken und in den Varianten „Desert“ und „Jungle“. Sie kombiniert Licht, Wärme sowie UVA/UVB in einem System.
Ein besonders stabiles und gut regulierbares Klima erreichen Sie, wenn unter einem Teil des Terrarienbodens eine Heizmatte installiert wird. Zwar nutzen Chamäleons den Boden nicht zur direkten Wärmeregulierung, doch erhöht die Heizmatte die Grundtemperatur des Hochterrariums – das aufgrund seiner Bauweise oft wie ein Schornstein wirkt. Gerade außerhalb der Sommermonate kann es sonst in der unteren Terrarienhälfte zu kühl werden, sodass die Tiere oben warm und unten kalt bleiben. Die Heizmatte sollte immer über ein Thermostat gesteuert werden, das bei Bedarf automatisch nachheizt. Dies sorgt nicht nur für ein konstantes Klima, sondern reduziert auch den Energieverbrauch, da weniger Leistung über die Spotlampen erforderlich ist.
Für eine harmonische, wohnraumtaugliche Ausleuchtung empfiehlt sich zusätzlich eine LED‑Leiste über die gesamte Terrarienbreite. Alle Licht‑ und Wärmequellen sollten über eine Zeitschaltuhr in einem festen Tagesrhythmus betrieben werden – 14 Stunden an, 10 Stunden aus.
Geckoworld Empfehlung
Beim Umstieg auf ein größeres Terrarium müssen auch die Beleuchtungseinstellungen entsprechend angepasst werden. In der Regel sind stärkere Wärme‑ und UV‑Leuchtmittel erforderlich, ebenso wie eine Tageslichtlampe, deren Länge auf die neue Terrariengröße abgestimmt ist.
Ernährung
Futterinsekten wie Grillen, Heimchen oder Heuschrecken sollten grundsätzlich mit einer Vitamin‑ und Mineralstoffmischung bestäubt werden. Nur so lässt sich ein Nährstoffmangel vermeiden, der insbesondere bei Jungtieren und trächtigen Weibchen zu schweren Erkrankungen bis hin zum Tod führen kann. Zudem muss die Größe der Futtertiere stets an die Größe des Chamäleons angepasst sein.
Da Chamäleons zu den sogenannten Lauerjägern (Sit‑and‑Wait‑Predators) gehören und ihre Beute kaum verfolgen, ist bei Jungtieren besondere Vorsicht geboten. Für die Aufzucht empfiehlt es sich entweder, ein kleineres Terrarium zu verwenden oder eine sogenannte „Shotbox“ einzusetzen. In dieser Box bleiben die eingestäubten Futterinsekten konzentriert an einem Ort, statt sich im gesamten Terrarium zu verteilen, zu verstecken oder die aufgebrachten Vitamine wieder abzustreifen. So hat das Jungtier einen festen Futterplatz und erhält zuverlässig alle benötigten Nährstoffe. Erwachsene Tiere bewegen sich aktiver auf ihre Beute zu, weshalb diese Maßnahme vor allem für die Aufzuchtphase relevant ist.
Chamäleons nehmen Wasser ausschließlich in Form von bewegten Tropfen auf. Daher ist eine Tropftränke („Dripper“) zwingend erforderlich. Wasser aus einem Napf würden sie nicht erkennen und dadurch austrocknen. Für die optimale Versorgung empfiehlt sich spezielles Chamäleonwasser, das einen hochwertigen Mineralstoffmix enthält
Sozialverhalten und Fortpflanzung
Jemenchamäleons sind ausgeprägte Einzelgänger. Eine Haltung in kleinen Gruppen ist nur in sehr großen, stark strukturierten Terrarien möglich. Besonders Männchen setzen Weibchen stark unter Druck, weshalb direkter Sichtkontakt unbedingt vermieden werden muss.
Nach einer Tragzeit von etwa 25 Tagen legen die Weibchen ihre Eier ab. Steht ihnen kein geeigneter Ablageplatz zur Verfügung, können sie die Eiablage bis zu 50 Tage hinauszögern. Je nach Alter und Körpergröße produzieren sie durchschnittlich 30–40 Eier, in seltenen Fällen sogar bis zu 100. Die Jungtiere schlüpfen nach ungefähr sechs Monaten. Für eine stabile und gleichbleibende Temperatur während der gesamten Inkubationszeit empfiehlt sich der Einsatz eines Inkubators
Sonstiges
Bei der Haltung weiblicher Chamäleons ist immer wieder von sogenannter Legenot die Rede. Diese Problematik entsteht jedoch nahezu ausschließlich durch ungeeignete Haltungsbedingungen. Tragende Weibchen benötigen deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als adulte Männchen. Dieser erhöhte Bedarf lässt sich durch eine intensivere Versorgung mit Mineralien, Spurenelementen sowie durch die Gabe von speziellem Chamäleonwasser ausgleichen.
Zudem sind weibliche Tiere äußerst wählerisch, was den passenden Ort zur Eiablage betrifft. Sie bestehen darauf, einen Tunnel zu graben und das Gelege am Ende dieses Gangs abzulegen. Bricht dieser aufgrund eines ungeeigneten Substrats immer wieder ein, beginnt das Weibchen erneut zu graben – häufig bis zur völligen Erschöpfung. Gern unterstützen wir Sie bei der Auswahl der passenden Produkte.
Zum Schluss möchten wir betonen, dass Chamäleons ausgesprochen dankbare Terrarientiere sind. Ihre Bedürfnisse lassen sich gut erfüllen, und sie danken es ihrem Halter mit intensiven Farben, ihrem lebhaften Rundumblick und einer der beeindruckendsten Zungen im gesamten Tierreich.
Produkte
Terrarium + Ausstattung
Terrarium (der Tiergröße angepasst)
Exoterra Lamp Holder Bracket
JBL LUW Light Set
JBL LUW UV Jungle
JBL Temp Protect II
Hygrometer & Thermomenter
Tronchos (Korkäste)
JBL Terra Basis
JBL Terra Bark 10-20mm
Sprühflasche
Exoterra Dripper Plant groß
Exoterra Wassernapf Gr. L
Ernährung
Futtertiere: Heimchen, Grillen und Heuschrecken
Nekton Rep
Nekton MSA
Chamäleonwasser
Optional
Aqua Light Prisma LED als Tageslicht
Zeitschaltuhr
Pinzette
Kunstpflanzen
Terrarienmoos
Bilder von Jemenchamäleons

Jungtiere

Jungtiere

Jemenchamäleon

Farbvariante "Blau"