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Fischer's Zweihornchamäleon

Kinyongia fischeri

Verbreitung
Kenia (NZ)
Kopf-Rumpf Länge
bis ca. 18 cm
Lebenserwartung
ca. 4-6 Jahre

Pogona vitticeps

Haltung
Waldterrarium
Einrichtung

Bodengrund Terra Basis mit Bark gemischt, UV, Viele Korkäste, Kunstpflanzen,Tropftränke oder Wasserfall, Fogger oder Beregnungsanlage

Ernährung
Insekten
Platzbedarf juvenil:
ca. 60x40x50 cm
Platzbedarf adult:
ca. 120x70x120 cm
Temperatur:
24 - 28 Grad
Luftfeuchte:
60 - 90%
Schutzstatus:
WA II MELDEPFLICHT
Landesverordnung
nicht relevant

Die intensiven Farbmuster, die unabhängig voneinander beweglichen Augen und die außergewöhnlich lange Zunge machen Chamäleons zu faszinierenden Tieren, die viele Menschen sofort in ihren Bann ziehen. Werden sie ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten, zeigen sie sich als robuste und dankbare Terrarienbewohner, die ihren Haltern lange Freude bereiten. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ihre grundlegenden Ansprüche konsequent erfüllt werden.

Im folgenden Abschnitt möchten wir Ihnen zentrale allgemeine Hinweise zur Haltung von Chamäleons geben, die für eine erfolgreiche Pflege im Terrarium unerlässlich sind. Das Wohl der Tiere steht dabei immer an erster Stelle.

Spezifische Informationen zu Terrarienmaßen, Temperaturbereichen, Luftfeuchtigkeit und weiteren artspezifischen Anforderungen finden Sie in den jeweiligen Artbeschreibungen.

Haltung

Für Fischer’s Zweihornchamäleons, die zu den baumbewohnenden Arten zählen, ist ein Terrarium mit ausreichender Höhe unerlässlich. Zur Orientierung bei der Wahl der passenden Terrariengröße empfiehlt sich die Kopf‑Rumpf‑Länge (KRL) des jeweiligen Tieres. Besonders Jungtiere können in zu großzügigen Terrarien Schwierigkeiten haben, Futter und Wasser zuverlässig zu finden. Für noch nicht ausgewachsene Tiere gelten daher folgende Richtwerte:

  • Grundfläche: vierfache × dreifache Kopf‑Rumpf‑Länge
  • Höhe: vierfache Kopf‑Rumpf‑Länge

Berücksichtigen Sie bei der Planung stets das zu erwartende Wachstum des Tieres in den kommenden Monaten, unabhängig davon, ob es sich um ein schnell oder langsam wachsendes Exemplar handelt. Für adulte Tiere existieren in Deutschland verschiedene institutionelle Empfehlungen, an denen Sie sich orientieren können.

Fischer’s Zweihornchamäleons besitzen ein ausgeprägtes Territorialverhalten. In ihrem natürlichen Lebensraum halten sie deutlichen Abstand zueinander. Um Stress zu vermeiden, sollte das Terrarium daher so platziert werden, dass kein direkter Sichtkontakt zu anderen Chamäleons besteht.

Terrariengröße

Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V.

Keine Angabe

Bundesverband für fachgerechten Natur-, Tier- und Artenschutz e.V.

Keine Angabe

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Keine Angabe

Einrichtung

Ein strukturreich bepflanztes Terrarium ist für Fischer’s Zweihornchamäleons von zentraler Bedeutung. Diese Art fühlt sich besonders wohl, wenn sie sich zwischen Blättern und Zweigen bewegen kann und stets nahe an dichter Vegetation bleibt. Eine üppige Bepflanzung schafft nicht nur ein natürliches Umfeld, sondern sorgt auch für Sicherheit und Ruhe.

Ergänzend dazu bieten stabile Äste, Wurzeln und andere Hölzer attraktive Kletter- und Laufmöglichkeiten. Gleichzeitig ermöglichen sie die Einrichtung eines optimalen Sonnenplatzes unter dem UV‑Spot. Platzieren Sie hierfür einen geeigneten Ast oder eine Wurzel so, dass im Bereich der Lichtquelle die gewünschte Temperatur erreicht wird. Ihr Chamäleon wird diesen Platz über weite Teile des Tages zum Aufwärmen nutzen.

Als Bodengrund eignen sich Rindeneinstreu („Bark“) sowie Terrarienerde. Für ein hygienisches Terrarienklima sollten Kot und Futterreste täglich entfernt werden.

Klima und UV

Fischer’s Zweihornchamäleons leben in den Höhenlagen Ostafrikas, insbesondere in Tansania und Kenia. Dort besiedeln sie buschige Vegetation und niedrige Bäume entlang von Waldrändern in etwa 800 bis 1700 Metern Höhe.

Damit diese Art im Terrarium gesund bleibt, müssen die klimatischen Bedingungen ihres natürlichen Lebensraums möglichst genau nachgebildet werden. Reptilien sind wechselwarm und daher auf passende Temperatur- und Feuchtigkeitswerte angewiesen. Diese lassen sich durch geeignete Heiz‑ und Lichtquellen sowie regelmäßiges Befeuchten über Sprühvorgänge oder eine Beregnungsanlage erzeugen. Ein Thermo‑/Hygrometer ermöglicht die zuverlässige Kontrolle aller relevanten Parameter.

Da Fischer’s Zweihornchamäleons über eine hervorragende Sehschärfe verfügen, benötigen sie eine intensive und gleichmäßige Beleuchtung. Ein gut ausgeleuchtetes Terrarium ist daher unverzichtbar. Zusätzlich brauchen sie einen klar definierten Sonnenplatz, der durch eine Spotlampe geschaffen wird und Licht, Wärme sowie UV‑Strahlung liefert. Hochwertige UV‑Leuchtmittel sind essenziell, da Chamäleons Farben auch im UV‑Spektrum wahrnehmen und nur unter optimalem UV‑B‑Licht ausreichend Vitamin D3 bilden können. Dies ist entscheidend für das Wachstum junger Tiere und für die Vitalität sowie Farbintensität adulter Tiere. Bewährt haben sich beispielsweise die JBL L‑U‑W‑Leuchten in verschiedenen Wattstärken und in den Varianten „Desert“ und „Jungle“.

Für ein stabiles Terrarienklima kann zusätzlich eine Heizmatte unter einem Teil des Bodens eingesetzt werden. Auch wenn Chamäleons den Boden nicht aktiv zur Wärmeregulierung nutzen, sorgt die Heizmatte für eine angenehme Grundtemperatur im gesamten Hochterrarium, das konstruktionsbedingt Wärme nach oben abführt. Besonders außerhalb der Sommermonate verhindert dies, dass die Tiere zwar am Rücken warm, am Bauch jedoch zu kühl bleiben. Die Heizmatte sollte stets über ein Thermostat gesteuert werden, damit sie nur bei Bedarf aktiviert wird. Dies verbessert nicht nur das Klima, sondern reduziert auch den Energieverbrauch, da weniger Leistung über die Spotbeleuchtung erforderlich ist.

Für eine harmonische und wohnraumfreundliche Gesamtbeleuchtung empfiehlt sich zusätzlich eine LED‑Leiste über die gesamte Terrarienbreite. Alle Licht‑ und Wärmequellen sollten über eine Zeitschaltuhr gesteuert werden, idealerweise mit einem Tagesrhythmus von 14 Stunden Beleuchtung und 10 Stunden Dunkelphase.

Geckoworld Empfehlung

Wird ein Terrarium in einer größeren Dimension gewählt, müssen die Licht- und Wärmebedingungen entsprechend angepasst werden. Das bedeutet, dass sowohl die Wärme- und UV‑Leuchtmittel eine höhere Leistung benötigen können als auch die Tageslichtlampe in ihrer Länge auf das größere Terrariumformat abgestimmt sein sollte.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung ist für Chamäleons entscheidend, und dazu gehört vor allem die richtige Vorbereitung der Futterinsekten. Grillen, Heimchen, Heuschrecken und andere Futtertiere sollten vor jeder Fütterung mit einer Vitamin‑ und Mineralstoffmischung bestäubt werden. Nur so lässt sich ein Nährstoffmangel verhindern, der insbesondere bei Jungtieren und tragenden Weibchen schnell zu schweren gesundheitlichen Problemen bis hin zum Tod führen kann. Ebenso wichtig ist, dass die Größe der Futtertiere stets dem Chamäleon angepasst wird.

Da Chamäleons zu den Lauerjägern gehören und ihre Beute kaum aktiv verfolgen, benötigen vor allem Jungtiere besondere Unterstützung. Für die Aufzucht empfiehlt es sich, entweder ein kleineres Terrarium zu nutzen oder eine sogenannte „Shotbox“ einzusetzen. In dieser Box bleiben die supplementierten Futterinsekten an einem festen Ort, anstatt sich im gesamten Terrarium zu verteilen, sich zu verstecken oder die aufgestäubten Vitamine und Mineralstoffe wieder abzustreifen. Ohne diese Maßnahme kann es trotz ausreichendem Nahrungsangebot zu Unterversorgung und Mangelerscheinungen kommen. Erwachsene Tiere zeigen ein aktiveres Jagdverhalten, sodass diese Vorgehensweise in der Regel nur für Jungtiere notwendig ist.

Beim Trinken sind Chamäleons sehr spezialisiert: Sie nehmen Wasser ausschließlich über bewegte Tropfen auf. Eine Tropftränke („Dripper“) ist daher unverzichtbar. Wasser aus einem Napf würden sie nicht als Trinkquelle erkennen und dadurch austrocknen. Für die tägliche Versorgung empfiehlt sich mineralstoffreiches Chamäleonwasser, das optimal auf die Bedürfnisse dieser Tiere abgestimmt ist.

Sozialverhalten und Fortpflanzung

Fischer’s Zweihornchamäleons zeigen ein deutlich ausgeprägtes Territorialverhalten, weshalb eine Einzelhaltung unbedingt angeraten ist. Weibchen können bis zu 27 Eier ablegen; die anschließende Entwicklungszeit im Inkubator bzw. im Substrat liegt je nach Bedingungen zwischen 6 und 10 Monaten.

Sonstiges

Bei weiblichen Chamäleons wird häufig von Legenot berichtet, doch in den meisten Fällen liegt die Ursache in nicht optimalen Haltungsbedingungen. Tragende Weibchen benötigen deutlich mehr Vitamine und Mineralstoffe als adulte Männchen. Dieser erhöhte Bedarf lässt sich durch eine intensivere Supplementierung mit Mineralstoffen und Spurenelementen sowie durch die Gabe von mineralstoffreichem Chamäleonwasser zuverlässig decken.

Hinzu kommt, dass Weibchen sehr wählerisch bei der Eiablage sind. Sie müssen einen stabilen Tunnel graben können, um am Ende dieses Ganges ihre Eier abzulegen. Gibt das Substrat nach und der Gang stürzt immer wieder ein, beginnt das Tier erneut zu graben – oft bis zur völligen Erschöpfung. Gern unterstützen wir Sie bei der Auswahl geeigneter Materialien und Produkte.

Zum Schluss möchten wir betonen, dass Chamäleons äußerst faszinierende und dankbare Terrarienbewohner sind. Wer ihre Bedürfnisse erfüllt, wird mit intensiven Farben, ihrem charakteristischen Rundumblick und einer der beeindruckendsten Zungen im Tierreich belohnt.

Produkte

Terrarium + Ausstattung

Terrarium (der Tiergröße angepasst)
Exoterra Lamp Holder Bracket
JBL LUW Light Set
JBL LUW UV Jungle
JBL Temp Protect II
Hygrometer & Thermomenter
Tronchos (Korkäste)
JBL Terra Basis
JBL Terra Bark 10-20mm
Sprühflasche
Exoterra Dripper Plant groß
Exoterra Wassernapf Gr. L

Ernährung

Futtertiere: Heimchen, Grillen und Heuschrecken
Nekton Rep
Nekton MSA
Chamäleonwasser

Optional

Aqua Light Prisma LED als Tageslicht
Zeitschaltuhr
Pinzette
Kunstpflanzen
Terrarienmoos

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