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Riesenheuschrecke

Tropidacris collaris

Verbreitung
Südamerika (DNZ)
Kopf-Rumpf Länge
bis ca. 10 cm
Lebenserwartung
ca. 1,5 Jahr

Pogona vitticeps

Haltung
Hohes Terrarium
Einrichtung
Bodengrund Terra Basis, kleine Korkäste, Klettermöglichkeiten
Ernährung
Eichenlaub, Brombeere
Platzbedarf juvenil:
ab 30x30x40 cm
Platzbedarf adult:
ab 30x30x40 cm
Temperatur:
28 Grad, lokal bis 35 Grad
Luftfeuchte:
60 - 80 %
Schutzstatus:
nicht geschützt
Landesverordnung
nicht relevant

Unter dem Namen Südamerikanische Riesenheuschrecke ist Tropidacris collaris in der Terraristik gut bekannt. Die Art stammt aus Südamerika und bildet gemeinsam mit Tropidacris cristata die Spitze der größten Kurzfühlerschrecken weltweit. Besonders die Nymphen gelten dort als gelegentliche Schädlinge, da sie ein breites Spektrum an Kulturpflanzen fressen.

Merkmale

Die Weibchen dieser Art gehören mit Längen zwischen 9 und gut 12 Zentimetern zu den größten Kurzfühlerschrecken Südamerikas, während die Männchen mit rund 7 bis 10 Zentimetern etwas kleiner bleiben. Auffällig ist die enorme Farbvielfalt: Innerhalb einer Region ähneln sich die Tiere meist stark, unterscheiden sich jedoch oft deutlich von Populationen benachbarter Gebiete. In vielen Teilen Brasiliens dominieren einheitlich grüne oder braune Farbtöne, teils kombiniert mit braunen Tegmina. In anderen Regionen treten dagegen grüne Vorderflügel mit blauen oder braunen Flecken auf, gelegentlich sogar vollständig blaue Tegmina. Typisch für die Gattung ist das am hinteren Ende dichter und dunkler gefleckte Flügelmuster.

Weiter nördlich, etwa in Kolumbien und Venezuela, erscheinen zusätzlich rote Farbakzente: Kopf, Pronotum oder Beine können rot bis rotbraun gefärbt sein, während andere Tiere gelbgrüne oder olivfarbene Muster zeigen. Konstant bleibt jedoch die Färbung der Hinterflügel, die stets blau bis blaugrün schimmern, eine dunkle Würfelzeichnung tragen und breit dunkel gerandet sind. Auch die gelben Antennen sind ein unverkennbares Merkmal. Die Nymphen unterscheiden sich farblich stark von den adulten Tieren und zeigen eine deutliche Warnfärbung: überwiegend schwarz mit leuchtend gelben oder orangefarbenen Zeichnungselementen, wie es für viele Romaleinae typisch ist.

Die Flügel dieser Heuschrecke sind außergewöhnlich lang und überragen das Hinterleibsende deutlich; sie messen etwa das Zwei- bis Zweieinhalbfache der Hinterschenkel und ermöglichen den Tieren einen sehr guten Flug. Auf den Tegmina befindet sich zudem eine spezielle Struktur, mit der Geräusche durch Stridulation erzeugt werden können. Ein wichtiges Bestimmungsmerkmal ist die Form des Pronotums: Der ausgeprägte Mittelkiel – namensgebend für die Gattung – ist im vorderen Abschnitt (Prozona) durch vier quer verlaufende Wülste gegliedert, von denen die ersten beiden gelegentlich miteinander verschmelzen. Auch im hinteren Bereich (Metazona) bleibt der Kiel schwach sichtbar, was die Art zuverlässig von nah verwandten Gattungsmitgliedern unterscheidet.

Verbreitung

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über große Teile des tropischen Südamerikas östlich der Anden. Von Kolumbien und Venezuela bis hinunter nach Argentinien – dort sogar bis in die Provinzen Mendoza und San Luis – ist die Art anzutreffen. In weiten Bereichen überschneidet sich ihr Lebensraum mit dem von Tropidacris cristata, mit der sie früher häufig verwechselt wurde.

Lebensweise

Die Südamerikanische Riesenheuschrecke ernährt sich von einer großen Bandbreite an Pflanzenarten. Während die ausgewachsenen Tiere vor allem harte, ledrige Blätter verschiedener Gehölze bevorzugen – darunter Schinopsis‑Arten, Aspidosperma, Prosopis und Ziziphus – halten sich die Nymphen überwiegend in Bodennähe auf und fressen krautige Vegetation. Die Jungtiere treten häufig in dichten Gruppen auf, während die adulten Tiere eher einzeln leben. Bei Gefahr lassen sich die Nymphen reflexartig fallen. Insgesamt besiedelt die Art sehr unterschiedliche Lebensräume, von tropischen Tieflandregenwäldern über die offenen Feuchtsavannen des Cerrado bis hin zur trockenen, dornigen Caatinga.

Die Eiablage erfolgt in Form von Ootheken, die von den Weibchen in etwa fünf bis sechs Zentimeter Tiefe im Boden abgelegt und durch ein schützendes Sekret zusammengehalten werden. Die Entwicklung der Embryonen dauert rund 50 Tage. Anschließend durchlaufen die Jungtiere innerhalb der Regenzeit fünf Nymphenstadien, deren Dauer stark von den Umweltbedingungen abhängt. In den meisten Regionen bringt die Art nur eine Generation pro Jahr hervor, während in äquatornahen Gebieten vermutlich mehrere, sich überlappende Generationen auftreten.

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